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Anfangs hatte der Zauberer
gesagt: "Ich liebe sie wie einen Stern am Himmel" und gestanden, sein Schönstes
wäre, mit ihr Achterbahn zu fahren. Uns schwindelte. Das konnte nicht gutgehen.
Der Stern namens Claudia lächelte dazu.
Die Schönheit lächelt dazu
Sie, die Gerüchten zufolge dringend eines Humor-Bypasses bedarf, verriet auch
süße Geheimnisse wie dieses: Ihr David sei ohne weiteres imstande, sie ganz doll
zum Lachen zu bringen! Wir lachten mit. Fast drei Jahre lang.
Claudia Schiffer, 25 Jahre alt, und der 39jährige David Copperfield waren schon
ein komisches Paar. Wie sie in aller Öffentlichkeit unter der Veröffentlichung
ihrer Liebe litten und dabei verbissen Händchen hielten. Wie sie immer wieder
die unmittelbar bevorstehende Hochzeit ins Spiel brachten, um dann mitzuteilen,
das perfekte Plätzchen für das perfekte Nestchen sei noch nicht gefunden. Oder
wie sie ein ums andere Mal unisono kundtaten, momentan finde sich in ihren
Terminkalendern keine freie Minute. Trennungsabsichten?
Keine
Spur! versicherten die Langzeitverlobten und geißelten Vermutungen dieser Art
als bösartige Unterstellungen. Die Welt erbaute sich an Liebeslust und -frust
der schönen Menschenkinder.
Jetzt jedoch schlug wie ein Blitz die Meldung ein, das Hypermodel aus Rheinberg
bei Düsseldorf habe den Illusionisten aus Las Vegas zurück in die Wüste
geschickt. Der Magier, so hieß es, soll seine Zauberkräfte wiederholt an fremden
Damen erprobt und darüber, Ordnung muß sein, sogar Buch geführt haben. Unerhört
- schon am letzten Valentinstag hatte er nicht einmal eine Primel für unsere
Claudia übrig. Das arme Ding soll weinend aus dem siebten Himmel gefallen sein.
Endlich Schluß mit dem Theater, dem ewigen Hin und
Her? Dürfen wir, die Tränen trocknend, diesen Schauplatz verlassen? Zu schön, um
wahr zu sein - umgehend folgte das Dementi: "Blödsinn", schnappte die
Einmeterzweiundachtzig-Frau und kündigte einen Urlaub mit dem um einiges
kürzeren Copperfield an. In der Karibik. Nur er und sie und des Meeres und der
Liebe Wellen.
Ohne den beiden zu nahe treten zu wollen, aber das kennen wir schon. Kaum
angekommen, wird auch dieses Mal, Simsalabim, eine Horde von Paparazzi zugegen
sein und die Lovebirds knipsen, die doch eigentlich, fernab von Fake und
Fashion, der Liebe huldigen wollten. So war es immer. In sülzigen Interviews
flehte dann der Verlobte um Gnade: zuviel Publicity! Sein Stern und er, sie
lechzten nach ein bißchen Zweisamkeit . . . Glauben können wir das irgendwie
nicht so recht. Dieser routinierte Las-Vegas-Mephisto, saß er nicht immer
rundgefönt in der ersten Reihe, wenn sein Gretchen über die Laufstege trabte?
Stets zwinkerte es ihm ausgelassen zu, während er wie von Sinnen applaudierte,
geradewegs hinein in die Kameras der Weltpresse. So wurde er auch fern der
Heimat bekannt. Oft hat er sich bei Modeschauen auch hinter der Bühne
herumgetrieben. Dann drehten die anderen Models, ein bißchen mehr aus Fleisch
und Blut als die Präzisionsmaschine Claudia, die Augen himmelwärts. Sie konnten,
wie eine petzte, den Kerl nicht riechen.
Vielleicht neideten sie der Kollegin auch nur das nette Zubrot, welches das
Interesse der Medien einbrachte. Lange schon munkelte man, Claudia turtele nur
gegen cash mit David und kassiere, kaum habe sie einen seiner Auftritte
verhübscht, kräftig ab.
Wir möchten eigentlich nur noch wissen: Was geschieht mit dem Verlobungsring,
den der scriptolschwarze Coppi seiner blondierten Claudia einst an den Finger
streifte? Ein Diamant, vier Karat, gefaßt von Bulgari in Paris. Copperfield
hatte nicht vergessen, den Preis zu erwähnen: 4,2 Millionen Dollar. Wenn das
stimmt, könnte das Model nicht einmal mehr die Hand heben. Egal, Copperfield,
der Frauen zersägen und wieder zusammensetzen kann, wird Claudia das Juwel vom
Finger zaubern müssen. Vorausgesetzt, der avisierte Urlaub fällt ins Wasser.
Wenn nicht, ginge das öde Blendwerk wieder von vorne los, und wir, gelb vor Neid,
ärgerten uns dumm und dämlich. |